ANTI-AGING

DHEA ( Dehydroepiandrosteron )

Das bei Männern und Frauen natürlich vorkommende und in den Nebennieren gebildete Dehydroepiandrosteron (DHEA), ist ein Vorläufer von Androgenen und Östrogenen und wirkt selbst auch androgen und anabol. Plasmakonzentrationen von DHEA erreichen bei 20jährigen Spitzenwerte und sinken dann kontinuierlich bis auf 10% oder weniger bei 70jährigen ab.

Nach den Versprechungen von "Anti-Aging-Ratgebern" soll DHEA die Gedächtnisleistung verbessern, Energie wiederherstellen, den Sexualtrieb steigern, das Körperfett reduzieren, Stress reduzieren, das Altern aufhalten und vieles mehr.

David Farb, Professor und Vorsitzender der pharmakologischen Abteilung an der Medizinischen Universität in Boston meint, dass erheblich mehr Beweise nötig sind um solche Behauptungen zu erhärten. Bislang fehlen Beweise, dass bei gesunden Personen beispielweise der Alterungsprozeß aufzuhalten ist.

Man weiß, dass ein abnehmender DHEA-Spiegel im Blut jenseits einem Alter von 40 Jahren mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende medizinische Probleme, wie zum Beispiel Herzerkrankungen und Störungen im Immunsystem, einhergeht. Dies hat zu Spekulationen geführt, dass durch eine Erhöhung des DHEA-Spiegels diese Probleme des Alterns aufzuhalten seien.

Hersteller nutzen diese Spekulationen zum Verkauf der "alles heilenden Pillen", auch wissend, dass die amerikanische Gesundheitsbehöde (FDA) weder diese Produkte überwacht, noch die Unbedenklichkeit garantiert, da DHEA in den USA als Nahrungsergänzung und nicht als Arzneimittel eingestuft ist. (Ein Gesetz zu sogenannten Nahrungsergänzungen hob 1994 das in den USA seit 1985 bestehende Verbot des freien Verkaufs auf, weil diese definitionsgemäß keine Heilmittel sind und daher keine Zulassung erfordern. Die Arzneimittelbehörde FDA muss jetzt vor einem Verbot belegen, dass solche Produkte, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist, Schaden anrichten.)

"Man sollte vorsichtig sein mit der Einnahme von hohen Dosen DHEA, da dies die Gefahr für Ovarialkarzinome und Brustkrebs bei der Frau und Prostatakarzinome beim Mann erhöhen könnte.
Frauen müssen außerdem mit Androgenisierungserscheinungen wie Akne, Haarverlust und unter Umständen irreversiblem Hirsutismus und Stimmvertiefung rechnen.

In Tierstudien gab es Hinweise auf eine verbesserte Immunitätslage, Förderung von Gewichtsverlust, eine Reduzierung von Krebs, Herzerkrankungen und Zuckererkrankung. Aber, nur Menschen und andere Primaten - keine Nagetiere - produzieren natürlicherweise bedeutsame Mengen von DHEA, so daß man diese Resultate nicht auf den Menschen übertragen kann.
Versuche am Menschen ergaben widersprüchliche Resultate.
Die meisten klinischen Daten stammen aus unkontrollierten Beobachtungsstudien, die Marketingzwecken dienen.

In Amerika rät man Verbrauchern, von jeder Packung 5 Pillen lichtgeschützt aufzubewahren und DHEA nur bei großen Handelsketten zu kaufen, die im Schadensfall zu Zahlungen in der Lage sind.

Nach dem Würzburger Endokrinologen Professor Bruno Allolio ist ein Nutzen einer DHEA-Substitution derzeit nur für Frauen mit Nebenniereninsuffizienz belegt. Alle weiteren Versprechungen seien bislang nicht belegbar. Zu warnen sei vor einer unkontrollierten Einnahme des Hormons.

Der bekannte Fürsprecher Prof. Huber (Wien) vermutet, dass das DHEA, ähnlich dem Melatonin, ein "ökonomisches Hormon" sein könnte, das den Körper vor unnötiger Energievergeudung schütze und damit sein Leben verlängere.
Das Bewahren der "jugendlichen Körpersilhouette" sei allerdings nur ein Nebeneffekt des DHEA. Wichtiger sei wahrscheinlich seine bremsende Wirkung auf den Gesamtorganismus, vor allem deshalb, weil es dem Streßhormon Kortison, das naturgemäß vermehrt Energie benötigt, entgegenwirke.
Normalerweise zirkuliert das DHEA in gebundener Form als Sulfat in unseren Körper und erreicht bei 30 - 40jährigen Menschen eine Konzentration von 2 - 6 µg/ml. Ab der Pubertät fällt es kontinuierlich ab und liegt im Alter oft unter 1 µg/ml, während - und dies ist für den Alterungsprozeß von besonderer Brisanz - das Streßhormon mehr oder weniger gleich bleibt. Schon aus diesem Grund ist eine Zufuhr des DHEA sinnvoll, wenn es in zu niedriger Konzentration vorliegt und Beschwerden verursacht, meint Prof. Huber.


Als Fazit kann man foldendes zusammenfassen :

Bislang fehlen stichhaltige Studien, die einen Nutzen bei gesunden Personen und die Ungefährlichkeit dieser Mittel bewiesen haben (gleiches gilt auch für das Melatonin). Ein Nutzen konnte bislang nur bei Frauen mit eingeschränkter Funktion der Nebennierenrinde nachgewiesen werden. In Deutschland ist DHEA, wie Melatonin, Relaxin,.. auch, nicht zugelassen.

Das diese Präparate in den USA freiverkäuflich zu haben sind, ist nicht Ausdruck der Harmlosigkeit, sondern dadurch zu erklären, dass solche, natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommenden Hormone, in den USA nicht als Arzneimittel zugelassen werden müssen.

Es ist immer wieder erstaunlich, solange es um Arzneimittel geht, die "nur" die Gesundheit betreffen, können gar nicht genug Arzneimittel-Studien gemacht werden, und jede noch so unwahrscheinliche Nebenwirkung wird als Grund benutzt, das verordnete Mittel nicht einzunehmen.
Geht es hingegen um Jugendlichkeit, Sexualität und Schönheit, erfolgt die Einnahme bereitwillig, auch wenn keine einzige Arzeimittelprüfung einer Prüfbehörde vorliegt. Jeder Hinweis auf eine mögliche Gefährdung, und seien es schwerwiegende Risiken, wird in den Wind geschlagen.

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Netdoktor.de

nur Wirkung im Tierversuch

keine Wirkung auf Übergewicht

verschiedene Stellungnahmen

Netdoktor.at

Gerontologe Dr. Butler

Prof. Allolio, "DHEA kein Jungbrunnen"

Arznei-Telegramm

Sichtweise von Prof. Huber, einem "Anti-Aging-Arzt"